Was ist Oxymel? Eine ziemlich alte Idee für moderne Gläser.
Oxymel ist eine traditionelle Verbindung aus Honig und Essig. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „saurer Honig“. Je nach Rezeptur kommen Kräuter, Gewürze, Früchte oder andere Zutaten hinzu.
Klingt zunächst ziemlich simpel.
Ist geschmacklich aber deutlich interessanter, als es diese Beschreibung vermuten lässt.
Denn wenn die Süße von Honig auf die feine Säure von Essig und ausgewählte Botanicals trifft, entsteht ein überraschend vielseitiges Honigelixier: fruchtig, floral, würzig oder spritzig – und gemacht für weit mehr als ein Glas Wasser.
Oxymel ist also alles andere als eine neue Erfindung.
Was wir daraus heute machen, schon eher.
Was bedeutet Oxymel?
Der Begriff Oxymel setzt sich aus griechischen Wortbestandteilen für sauer und Honig zusammen. Auch das Österreichische Lebensmittelbuch beschreibt diese Herkunft ausdrücklich mit „oxy“ für sauer und „Meli“ für Honig.
Deshalb begegnet dir für Oxymel gelegentlich auch der deutsche Begriff Sauerhonig.
Wir bleiben trotzdem lieber bei Oxymel.
Sauerhonig klingt schließlich ein bisschen mehr nach Vorratsschrank als nach Eiswürfeln und schönem Glas.
Woraus besteht Oxymel?
Die klassische Basis ist erstaunlich überschaubar:
- Honig
- Gärungsessig
- je nach Rezeptur Kräuter, Früchte, Gewürze oder andere Zutaten
In Österreich ist Oxymel sogar im Österreichischen Lebensmittelbuch beschrieben. Dort gilt traditionell ein Verhältnis von drei Teilen Honig zu einem Teil Gärungsessig. Zulässig sind laut Codex auch Mischungsverhältnisse zwischen 2:1 und 5:1. Zur geschmacklichen Abrundung können unter anderem Kräuter, Gewürze oder Früchte ergänzt werden.
Welche Essigsorte verwendet wird und welche weiteren Zutaten dazukommen, verändert den Charakter des fertigen Oxymels erheblich.
Und genau dort wird es für uns interessant.
Woher kommt Oxymel?
Oxymel hat eine lange Geschichte.
Historische Überlieferungen reichen bis in die Antike zurück. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten beschreiben entsprechende Zubereitungen bereits im Umfeld von Hippokrates und später auch in griechischen, persischen und arabischen medizinischen Traditionen. In Persien waren verwandte Zubereitungen beispielsweise unter dem Namen serkangabin bekannt.
Traditionell wurde Oxymel dabei keineswegs nur in einer einzigen Rezeptur hergestellt. Historische Quellen beschreiben zahlreiche Varianten mit unterschiedlichen Pflanzen, Früchten, Wurzeln und Gewürzen.
Oxymel war also schon damals eher ein Prinzip als ein einzelnes Rezept:
Honig. Säure. Und ziemlich viel Raum für Interpretation.
Eine ziemlich alte Idee für ziemlich moderne Gläser.
Genau dieser Gedanke fasziniert uns an Oxymel.
Nicht nur: Wie wurde es früher verwendet?
Sondern vielmehr:
Wie könnte Oxymel heute schmecken?
Wie schmeckt Oxymel?
Die wahrscheinlich häufigste Überraschung beim ersten Probieren:
Nicht so, wie man es sich bei „Honig und Essig“ vorstellt.
Gutes Oxymel lebt von einem Wechselspiel.
Honig bringt Süße, Aroma und Körper. Essig setzt dagegen Säure und Frische. Kräuter, Früchte oder Gewürze bestimmen anschließend, wohin sich der Geschmack entwickelt.
Dadurch kann Oxymel beispielsweise zitrisch und würzig, floral und fein oder intensiv fruchtig schmecken.
Bei Fräulein Honig haben wir genau mit diesen Gegensätzen gespielt:
Zitrone trifft auf Ingwer und Kurkuma.
Lavendel auf Zitronenmelisse und Zitrone.
Sanddorn auf Orange.
Drei völlig unterschiedliche Charaktere auf derselben alten Grundlage.
Wie könnte Oxymel heute schmecken?
Genau das wollten wir herausfinden.
Als wir Oxymel zum ersten Mal intensiver kennengelernt haben, fanden wir die Idee dahinter sofort faszinierend.
Der Geschmack?
Hat uns nicht immer überzeugt.
Also haben wir angefangen zu experimentieren.
Mit mehr Säure und weniger Säure. Mit Honig, Kräutern, Früchten und Gewürzen. Und mit ziemlich vielen Gläsern dazwischen.
Unser Ziel war nie, eine historische Rezeptur einfach zu kopieren.
Wir wollten ein Oxymel entwickeln, das wir nicht trinken, weil wir glauben, dass wir sollten – sondern weil wir wirklich Lust darauf haben.
Daraus entstanden drei unterschiedliche Interpretationen.
Mal frisch und würzig.
Mal floral und fein.
Mal intensiv und fruchtig.
Altes Wissen. Neuer Geschmack.
Wie trinkt man Oxymel?
Hier wird Oxymel besonders spannend.
Denn es gibt nicht die eine richtige Art.
Für einen unkomplizierten Drink kannst du Oxymel mit viel Eis und gut gekühltem Soda oder Mineralwasser kombinieren. Je nach Geschmack funktionieren ungefähr ein Teil Oxymel auf zehn Teile Wasser bei unseren Rezepturen als Ausgangspunkt – danach gilt: dein Glas, deine Regeln.
Wer etwas mehr daraus machen möchte, kann Oxymel beispielsweise mit Tonic Water oder Ginger Beer kombinieren, mit Zitrusfrüchten und Kräutern garnieren oder als geschmackliche Basis für Spritz, Mule, Sour und andere Drinks verwenden.
Auch warme Kombinationen mit beispielsweise Apfel und Gewürzen können in der kalten Jahreszeit funktionieren.
Deshalb sprechen wir bei Fräulein Honig übrigens lieber vom Trinken, Mixen und Genießen als von der „Einnahme“ von Oxymel.
Wir sehen es nicht als Pflichtprogramm.
Wir sehen ein ziemlich gutes Glas vor uns.
Unsere Oxymel-Rezepte entdecken – Mix it, Honey.
Oxymel mit Wasser, Tonic oder im Cocktail?
Alles davon.
Gerade die Kombination aus Süße, Säure und Aroma macht Oxymel beim Mixen interessant.
Ein einfacher Serve braucht kaum mehr als Oxymel, Eis und Soda. Wer es bitterer mag, probiert Tonic. Ginger Beer bringt zusätzliche Würze. Zitruszesten, Rosmarin, Minze oder Zitronenmelisse verändern mit wenig Aufwand das Aromaprofil.
Genau daraus entstehen beispielsweise Drinks wie Mara Spritz, Leni Tonic, Frida on the Rocks oder Mara Mule.
Eine Flasche.
Ziemlich viele Möglichkeiten.
Ist Oxymel ein neues Trendgetränk?
Neu ist Oxymel definitiv nicht.
Neu ist eher die Art, wie es heute wieder entdeckt wird.
Noch 2026 greifen große Medien Oxymel als aktuelles Ernährungsthema und als Getränk wieder auf. Dabei reicht die Berichterstattung von Rezepten bis zur kritischen Einordnung vermeintlicher Gesundheitswirkungen.
Und genau diese neue Aufmerksamkeit finden wir spannend.
Denn Oxymel muss nicht in einer historischen Schublade bleiben.
Die Grundidee funktioniert überraschend gut in einer modernen Getränkewelt, in der Geschmack, besondere Zutaten und kleine Genussrituale wieder wichtiger werden.
Oder anders gesagt:
Man kann Tradition respektieren, ohne nach gestern zu schmecken.
Ist Oxymel gesund?
Oxymel hat eine lange Geschichte in traditionellen medizinischen Systemen. Auch moderne Forschung beschäftigt sich mit unterschiedlichen Oxymel-Rezepturen.
Die wissenschaftliche Datenlage ist allerdings wesentlich differenzierter, als manche Aussagen im Internet vermuten lassen.
Ein systematischer Review aus dem Jahr 2023 identifizierte 20 interventionelle Studien, darunter zwölf klinische Studien. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass größere Studien mit längerer Laufzeit notwendig sind, um mögliche Wirkungen und Risiken verschiedener Oxymel-Rezepturen verlässlich beurteilen zu können. Außerdem unterscheiden sich die untersuchten Rezepturen teilweise erheblich voneinander.
Deshalb verzichten wir bei Fräulein Honig bewusst auf pauschale Heils- oder Gesundheitsversprechen.
Für uns steht etwas anderes im Mittelpunkt:
gute Zutaten, echter Geschmack und ein Genussmoment, auf den man sich freut.
Wer wissenschaftliche Hintergründe spannend findet, bekommt bei uns trotzdem die Quellen dazu – nur eben ohne Wunderstory.
Enthält Oxymel Zucker?
Ja.
Oxymel enthält Honig und damit natürlicherweise Zucker.
Das verstecken wir nicht hinter fancy Begriffen.
Honig unterscheidet sich zwar in seiner Zuckerzusammensetzung von klassischem Haushaltszucker, er bleibt aber ein zuckerhaltiges Lebensmittel. Deshalb würden wir Oxymel auch nicht pauschal als „zuckerfrei“ oder „ohne Zuckerzusatz“ bezeichnen. Für entsprechende nährwertbezogene Aussagen gelten in der EU klar definierte Voraussetzungen.
Entscheidend ist für uns vielmehr, wie Oxymel verwendet wird: Unsere Rezepturen werden in kleinen Mengen dosiert und beispielsweise mit Wasser, Soda oder anderen Mixern verlängert.
Mehr zum Thema folgt in unserem Beitrag:
„Honig vs. Haushaltszucker – was ist eigentlich der Unterschied?“
Ist Oxymel dasselbe wie Honig mit Apfelessig?
Nicht zwangsläufig.
Apfelessig wird für viele Oxymel-Rezepturen verwendet, ist aber nicht die einzige mögliche Variante.
Das Österreichische Lebensmittelbuch spricht allgemein von Gärungsessig. Je nach Herstellung können daher unterschiedliche Essigarten eingesetzt werden. Auch Kräuter, Gewürze und Früchte können Bestandteil der Rezeptur sein.
Oxymel beschreibt damit weniger eine einzige fixe Zutatenliste als eine traditionelle Honig-Essig-Grundidee mit unterschiedlichen geschmacklichen Interpretationen.
Kann man Oxymel auch zum Kochen verwenden?
Absolut.
Die Verbindung aus Süße und Säure funktioniert nicht nur im Glas.
Je nach Rezeptur eignet sich Oxymel beispielsweise für Dressings und Vinaigrettes, Marinaden, Glasuren, Obstgerichte, Desserts oder als Begleitung zu Käse.
Gerade dort zeigt sich, warum Oxymel eigentlich eine ziemlich clevere Küchenzutat ist:
Süße und Säure kommen bereits gemeinsam mit Aroma ins Spiel.
Für uns bleibt das Glas trotzdem der Lieblingsort.
Was macht Fräulein Honigs Oxymel anders?
Wir kommen nicht aus einem Getränkelabor.
Wir kommen aus der Imkerei.
Fräulein Honig begann mit Bienen, Honig und der Faszination dafür, was in diesem alten Handwerk noch alles steckt. Oxymel war für uns deshalb keine zufällige Produktidee, sondern eine ziemlich logische Fortsetzung dieser Geschichte.
Wir wollten dabei weder ein historisches Museumsstück noch ein Produkt entwickeln, das hauptsächlich über vermeintliche Wirkung verkauft wird.
Wir wollten etwas, das richtig gut im Glas funktioniert.
Kleine Chargen.
Eigene Rezepturen.
Drei unterschiedliche Charaktere.
Und eine Imkerin, die tatsächlich hinter der Marke steht.
Aus dem Stock. Ins Glas.
Mehr über das Fräulein hinter dem Honig erfahren
Oxymel kurz erklärt
Falls du nur wegen der schnellen Antwort hier bist:
Oxymel ist ein traditionelles Honigelixier aus Honig und Essig. Sein Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „saurer Honig“. Je nach Rezeptur werden Kräuter, Früchte oder Gewürze ergänzt. Die Verbindung ist bereits seit der Antike überliefert und lässt sich heute vielseitig genießen – beispielsweise mit Soda und Eis, mit Tonic, in einem Spritz oder als Zutat in kreativen Drinks.
Ziemlich alte Idee.
Ziemlich moderner Geschmack.
Lust bekommen?
Wenn du Oxymel nicht nur googeln, sondern tatsächlich probieren möchtest:
Meet the Queens.
Drei Rezepturen. Drei Charaktere. Und ziemlich viele Möglichkeiten im Glas.
Oxymel von Fräulein Honig entdecken
Quellen:
Österreichisches Lebensmittelbuch - Oxymel
Oxymel: Systematischer Review 2023